Inhalt
- Allgemeine Informationen zum Kerkini-See
- Anreise zum Kerkini-See
- Detailbeschreibung unserer Erfahrung am Kerkini-See
- Hafen von Mandraki als idealer Ausgangspunkt für Vogelbeobachtung
- Vom trockenen Steg von Mandraki bis ans Ufer
- Zahlreiche Wasservögel und überraschend viele Pelikane
- Fotogene Landschaft mit Muscheln, Erdrissen und Bergkulisse
- Das nächste Highlight am Morgen – Wasserbüffel am Ufer
- Wasserbüffel in Griechenland – eine besondere Begegnung
- Bootstouren auf dem Kerkini-See
- Fazit
- Für wen sich ein Besuch am Kerkini-See besonders lohnt
- Reiselektüre
- Empfohlene Ausrüstung für deine Outdoor-Aktivitäten
Allgemeine Informationen zum Kerkini-See
Lage und Umgebung
Der Kerkini-See ist ein geschützter Nationalpark und liegt in Zentralmakedonien im Norden Griechenlands, unweit der Grenze zu Bulgarien. Er zählt zu den bedeutendsten Feuchtgebieten des Landes. Der Kerkini See liegt in einer landschaftlich besonders reizvollen Umgebung, denn rund um den See prägen weite Uferzonen, Schilfflächen und die umliegenden Berge das Bild. Gerade diese Mischung aus Wasser, Ebene und Bergen hat uns schwer beeindruckt.
Der See ist ein künstlicher Stausee, der nach dem Bau eines Damms im Jahr 1932 entstand. Er liegt rund 100 Kilometer nördlich von Thessaloniki, ist etwa 17 Kilometer lang, bis zu 5 Kilometer breit. Die Wasserfläche schwankt sehr stark und ist abhängig von der Jahreszeit. Genau diese starken Veränderungen des Wasserstandes prägen das Schwemmland und sorgen dafür, dass der See je nach Jahreszeit ganz unterschiedlich wirkt.
Ein Naturhighlight in Nordgriechenland
Der Kerkini-See gehört für uns ganz ohne Zweifel zu den eindrucksvollsten Naturhighlights in Nordgriechenland. Während viele Reisende vor allem bekannte Städte oder Küstenorte auf dem Schirm haben, erwartet dich hier eine einsame und weite Landschaft, die dich mit ihrer außergewöhnlichen Tierwelt begeistert.
Gerade wenn du gerne Vögel beobachtest, ursprüngliche Natur liebst, ist der Kerkini-See ein echtes Traumziel. Auf und am Kerkini See Nationalpark können mehr als 300 Vogelarten beobachtet werden, darunter Pelikane, Flamingos, Löffler, Kormorane und Reiher. Als ob das noch nicht genug wäre können hier zusätzlich noch Wasserbüffel entdeckt werden.
Am nördlichen Ende und am Ostufer des Sees befindet sich ein Schwemmland, hier hast du die größte Chance die Wasservögel und die Wasserbüffel zu beobachten. Wir haben uns daher auf die Nordostseite des Sees konzentriert.
Diese Region zeichnet sich insbesondere durch seine Schilfflächen, ausgedehnte Feuchtgebiete, flache Uferzonen und sein beeindruckendes Schwemmland, welches im Sommer und Herbst stets austrocknet, aus. Wenn du klassische Uferpromenaden, größere Orte oder touristische Infrastruktur suchst, wirst du hier nicht fündig. Genau das hat uns so begeistert.

Warum der Kerkini-See so besonders ist
Was den Kerkini-See aus unserer Sicht so besonders macht, ist vor allem seine enorme Tiervielfalt. Einerseits ist die Region ein echtes Paradies für Vogelbeobachtungen, andererseits bietet sie auch landschaftlich außergewöhnlich schöne Motive. Gerade die Verbindung aus Wasserflächen, ausgetrocknetes Schwemmaland (im Sommer & Herbst), die umliegenden Berge im Hintergrund und einer fast unberührten Landschsft sorgte dafür, dass uns dieser Besuch lange in Erinnerung bleibt.
Hinzu kommt, dass der See je nach Jahreszeit ein völlig anderes Gesicht zeigen kann. Als wir Mitte Oktober vor Ort waren, war der Wasserstand bereits deutlich zurückgegangen. Dadurch lagen große Teile des Schwemmlands und der Sumpflandschaft trocken, dadurch entstand eine fast surreale Szenerie mit trockengelegten Holzbooten, breiten Wegen durch die Ebene und rissiger Erde, in der große Muscheln lagen. Genau diese jahreszeitlichen Veränderungen machen den Kerkini-See sehr fotogen und landschaftlich spannend.

Anreise zum Kerkini-See
Anreise von Édessa
Wir sind von Édessa direkt nach Mandraki am Kerkini-See gefahren. Gerade wenn du Nordgriechenland mit dem Auto oder Wohnmobil erkundest, lässt sich der See wunderbar mit anderen Highlights der Region kombinieren. Nach einer Stadtbesichtigung in Édessa ist der Wechsel von Wasserfällen und Stadtrundgang hin zu einer weiten und einsamen Naturlandschaft mit der Möglichkeit zur Vogelbeobachtungen besonders reizvoll.
Schon die Anreise von Édessa zum Kerkini-See ist abwechslungsreich. Du fährst zunächst durch eine fruchtbare Ebene an Granatäpfel-, Wein- und Kirsch-Plantagen und im weiteren Verlauf sogar an Baumwollfelder vorbei.
Im weiteren Verlauf der Strecke wird die Landschaft immer trockner und kahler. Wir kamen auch an recht vielen verlassenen Häusern und Betrieben vorbei. Die ganze Region wirkt wie verlassen und unwirklich. Etwa 40 km vor Erreichen des Kerkíni-See Nationalparks wird es wieder deutlich fruchtbarer und grüner.
- Von Édessa über die E86 und E79 – 175 km / 2,5 Stunden


Anreise von Thessaloniki
Auch von Thessaloniki aus eignet sich der Kerkini-See hervorragend als Ausflugsziel oder Zwischenstopp auf einer Rundreise. Gerade wenn du aus der Großstadt hinaus in die Natur möchtest, ist der See ein lohnendes Ziel, denn schon nach der Anfahrt tauchst du in eine völlig andere Welt ein.
- Von Thessaloniki über E79 – 94 km / 1,5 Stunden
Anreise von Kavala
Auch von Kavala aus lässt sich der Kerkini-See gut erreichen, insbesondere dann, wenn du eine etwas abwechslungsreichere Route durch den Norden Griechenlands planst.
- Von Kavala über A12 und E79 – 151 km / 2,25 Stunden
Detailbeschreibung unserer Erfahrung am Kerkini-See
Hafen von Mandraki als idealer Ausgangspunkt für Vogelbeobachtung
Wir halten den kleinen Hafen von Mandraki für den besten Ort, um den Kerkini See zu erkunden und um zahlreiche Wasservögle zu beobachten. Von Hafen zu sprechen, ist allerdings ein wenig übertrieben, denn eigentlich handelt es sich eher um einen einfachen Steg, an dem kleine Boote anlegen könnten.
Vom trockenen Steg von Mandraki bis ans Ufer
Gerade in unserem Reisezeitraum zeigte sich jedoch sehr deutlich, wie stark der Wasserstand die Situation vor Ort beeinflussen kann. Mitte Oktober war der Wasserstand bereits so weit zurückgegangen, dass der Steg komplett im Trockenen lag. Wir mussten zunächst rund einen Kilometer über einen breiten, trockenen Weg laufen, bis wir das eigentliche Ufer erreichten.
Der Weg durch die trocken gelegte Sumpflandschaft war schon ein kleines Erlebnis für sich, es wirkte schon ein wenig surreal.
Unterwegs kamen wir an trockengelegten Holzbooten vorbei, die scheinbar mitten im Feld standen. Genau solche Motive machen diesen Ort besonders. Für uns waren diese Boote ausgesprochen fotogen, besonders das Holzboot mit der griechischen Flagge, ein Motiv, das seines Gleichen sucht.


Zahlreiche Wasservögel und überraschend viele Pelikane
Nach etwa fünfzehn Minuten Fußweg durch das trockene Schwemmland erreichten wir schließlich das Ufer des Kerkini-Sees, und wir waren überwältigt. Von hier aus konnten wir auf Anhieb zahlreiche Wasservögel beobachten. Bereits das allein war beeindruckend, doch die eigentliche Krönung folgte kurz darauf. Ein großer Schwarm von ungefähr 150 Flamingos konnten wir in aller Ruhe beobachten.


Diese rosa schimmernden Flamingos im Abendlicht zu sehen, war für uns ein echter Gänsehautmoment. Genau solche Augenblicke sind es, die eine Reise unvergesslich machen. Du stehst einfach da, schaust auf den See, die Berge im Hintergrund und diese riesige Vogelgruppe vor dir – ein Naturspektakel, welches wir im Herbst nicht mehr erwartet haben.


Fotogene Landschaft mit Muscheln, Erdrissen und Bergkulisse
Doch nicht nur die Vogelwelt hat uns fasziniert, sondern auch die Landschaft selbst. In den ausgetrockneten Sumpfbereichen entdeckten wir einige große Muscheln, die durch den Rückgang des Wassers sichtbar geworden waren. Besonders spannend waren dabei die tiefen Risse im Erdreich, zwischen und auf denen die Muscheln lagen. Diese Kombination wirkte fast schon unwirklich und bot außergewöhnlich schöne Fotomotive.


Hinzu kam der Blick über den See mit den Bergen im Hintergrund, der die gesamte Szenerie noch eindrucksvoller machte. Gerade am Abend, wenn die Lichtverhältnisse sehr gut sind, entwickelt diese Landschaft eine ganz besondere Wirkung. Für uns war das einer dieser Orte, an denen man nicht viel tun muss, nur noch einfach genießen.

TIPP
Unbedingt einen Feldstecher* für die Vogelbeobachtung mitnehmen, du wirst es nicht bereuen.
Das nächste Highlight am Morgen – Wasserbüffel am Ufer
Am nächsten Morgen folgte am Hafen von Mandraki bereits das nächste große Highlight. Unweit des Uferbereichs wanderten etwa 25 Wasserbüffel durch die flache und ausgetrocknete Ebene und suchten nach Futter. Dieser Moment war für uns nicht nur landschaftlich, sondern auch fotografisch ein absolutes Highlight. Die Tiere in dieser weiten, offenen Landschaft zu sehen, war schlichtweg beeindruckend.


Gerade die Wasserbüffel gehören zu den besonderen Erlebnissen am Kerkini-See. Sie grasen hier am Ufer des Sees oder ruhen teilweise im Wasser und verleihen der Landschaft noch einmal einen ganz eigenen Charakter. Dass wir gleich mehrere Tiere so nah und in einer so schönen Kulisse beobachten konnten, hat uns wirklich begeistert.

TIPP
Die besten Chancen die Wasserbüffel am Hafen von Mandraki aus geringer, aber sicherer Entfernung zu beobachten ist am frühen Morgen gegen 8 Uhr oder gegen Abend, dann werden die Tiere in das Schwemmland entlassen und am Abend wieder hereingeholt. Halte aber stets genügend Abstand zu den Tieren, denn sie sind unberechenbar.
Wasserbüffel in Griechenland – eine besondere Begegnung
Wasserbüffel haben in Griechenland eine längere Geschichte, als man zunächst vermuten würde. Sie kamen bereits vor Jahrhunderten ins Land und wurden unter anderem eingesetzt, um Vorräte über den Fluss Strymona zu transportieren. Später gerieten sie jedoch zunehmend in Vergessenheit, besonders ab den 1950er Jahren.
Heute sind Wasserbüffel vor allem im Tal des Nestos-Flusses und rund um den Kerkini-See wieder zahlreich geworden. Genau deshalb ist die Region für Naturfreunde so spannend, denn hier lassen sich diese beeindruckenden Tiere noch in einer relativ natürlichen Umgebung beobachten. Auch am Préspa-See waren Wasserbüffel früher bis Anfang der 1960er Jahre verbreitet. Nach einer langen Abwesenheit wurden sie dort im Rahmen eines europäischen Programms wieder angesiedelt.




Bootstouren auf dem Kerkini-See
Nach unseren Beobachtungen wollten wir eigentlich noch jemanden finden, der uns mit einem Boot über den Kerkini-See fährt. Grundsätzlich ist das wohl ganzjährig möglich, allerdings zeigte sich auch hier, wie stark die Jahreszeit und vor allem der Wasserstand die Bedingungen beeinflussen können. Im Hochsommer und im Herbst ist eine Bootsfahrt direkt ab dem Steg von Mandraki wegen der Trockenheit nicht möglich, weil der Steg dann vom Wasser aus nicht erreichbar ist.
Es gibt jedoch zwei Möglichkeiten während der Trockenzeit, sich mit einem Boot sich über den See fahren zu lassen.
- Am Bootsanleger gleich neben dem Staudamm werden ganzjährig Bootstouren zur Vogelbeobachtung angeboten.
- Am Bootsanleger auf der Westseite des Sees werden in der Regel auch Touren zur Vogelbeobachtung angeboten.
Wir selbst haben uns bewusst dagegen entschieden, weil wir den Bereich von Mandraki mit seiner besonderen Stimmung und seinen großartigen Beobachtungsmöglichkeiten voll auskosten wollten. Auch im Herbst kannst du vom Uferbereich Flamingos und verschiedene Reiherarten sehr gut beobachten.
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Fazit
Einer der eindrucksvollsten Naturorte in Nordgriechenland
Der Kerkini-See hat uns mit seiner Kombination aus weiter Landschaft, außergewöhnlicher Vogelwelt und ganz besonderen Fotomotiven vollkommen begeistert. Einerseits ist er ein echtes Paradies für Vogelbeobachtungen, andererseits beeindruckt er auch durch seine Landschaftsformen, die je nach Wasserstand immer wieder anders wirken.
Gerade die trockenen Wege, die verlassen wirkenden Boote, die Muscheln im aufgerissenen Boden und die Berge im Hintergrund machten unseren Besuch im Herbst zu etwas ganz Besonderem.
Vor allem aber waren es die Begegnungen mit den Tieren, die diesen Ort für uns unvergesslich gemacht haben. Der große Flamingo-Schwarm im Abendlicht und die Wasserbüffel am frühen Morgen gehören ganz klar zu den schönsten Naturmomenten unserer Reise durch Nordgriechenland.
Für wen sich ein Besuch am Kerkini-See besonders lohnt
Wenn du Natur, Vogelbeobachtungen, Tierfotografie und einsame Landschaften liebst, dann solltest du dir den Kerkini-See auf keinen Fall entgehen lassen. Der See ist kein klassisches Ausflugsziel mit perfekter Infrastruktur und inszenierten Aussichtspunkten, sondern ein Ort, den man eher beobachtet, erlebt und langsam auf sich wirken lässt. Genau das macht seinen Reiz aus.
Für uns war der Bereich von Mandraki der schönste Abschnitt, weil wir dort die besten Tierbeobachtungen machen konnten. Der Kerkini-See ist deshalb für uns nicht nur ein schönes Ziel, sondern ein echtes Highlight in Nordgriechenland.

Reiselektüre
Empfohlene Ausrüstung für deine Outdoor-Aktivitäten
Wanderstöcke*, Regenponcho*, Fernglas*, Tages-Rucksack*, Mehrtages-Rucksack*, Trinkblase*, Powerbank*, Stirnlampe*
Wir haben dir eine Ausrüstungs-Übersicht für Tages- und Mehrtages-Touren erstellt. In dieser Übersicht findest du alle Informationen zu einer Trekking-Ausrüstung. Die Übersicht kannst du dir auch dort als pdf-Datei herunterladen.
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