Inhalt
- Allgemeine Informationen
- Anfahrt zur Ghost Town von Kriarítsi
- Detailbeschreibung
- Eine Geisterstadt, die eigentlich keine ist
- Erkundung zu Fuß zwischen Parzellen und alten Schildern
- Wasserleitungen, Pumpwerk und technische Infrastruktur
- Asphaltierte Straßen, Wendehämmer und Zufahrten ins Nichts
- Wenn sich die Natur alles zurückholt
- Felsenküste, Flora und Panoramablicke
- Blick auf den Strand von Kriarítsi
- Drohnenperspektive: Erst von oben wird das Ausmaß sichtbar
- Fazit
- Reiselektüre
- Empfohlene Ausrüstung für deine Outdoor-Aktivitäten
Die Geisterstadt Kriarítsi auf Sithonía ist einer jener Orte, die sofort Neugier weckt. Schon bei der Anfahrt wird klar, dass hier etwas nicht zusammenpasst: asphaltierte Straßen, Brücken, Zufahrten und technische Infrastruktur sind längst vorhanden, doch eine richtige Siedlung ist nie entstanden. Genau diese Mischung aus Lost-Place-Atmosphäre, unvollendeter Planung und traumhafter Küstenlandschaft macht die Ghost Town Kriarítsi zu einem echten Highlight auf der Sithonía-Halbinsel.
Wenn du im Süden von Sithonía unterwegs bist, solltest du diesen außergewöhnlichen Ort unbedingt mit einplanen. Dich erwarten nicht nur ein geheimnisvolles Straßenlabyrinth und spannende Relikte eines gescheiterten Großprojekts, sondern auch fantastische Ausblicke auf die Felsenküste und das Meer.

Allgemeine Informationen
Was ist die Geisterstadt von Kriarítsi?
Die sogenannte Geisterstadt von Kriarítsi ist streng genommen keine echte Stadt, sondern das unvollendete Gerüst eines groß angelegten Siedlungsprojekts oberhalb der Küste. Statt Häusern, Geschäften und belebten Straßen findest du hier ein weitläufiges Netz aus Straßen, Brücken, technischen Anlagen und vermessenen Grundstücksparzellen.
Gerade das macht diesen Ort so faszinierend. Du fährst hier nicht durch eine verlassene Ortschaft im klassischen Sinn, sondern durch die Reste eines Bauprojekts, das nie vollendet wurde. Die Kombination aus sichtbarer Infrastruktur, offener Landschaft und Küstenpanorama verleiht Kriarítsi eine fast surreale Wirkung.

Die wichtigsten Fakten zum unvollendeten Bauprojekt
Nach den bekannten Informationen war das Areal bereits erstaunlich weit erschlossen. Besonders eindrucksvoll ist das Straßennetz: Insgesamt ist von rund 75 Kilometern Straßen und Zufahrtswegen die Rede. Zudem wurden mehrere Brücken, das Wasser- und Stromnetz, das Telekommunikationsnetz, Wasserbrunnen und weitere technische Anlagen bereits angelegt oder fertiggestellt.
Auch zahlreiche Grundstücksparzellen wurden vermessen und abgesteckt. Genau dadurch entsteht bis heute der Eindruck, dass hier eine vollständig vorbereitete Siedlung liegt, in der die eigentliche Bebauung nur nie stattgefunden hat.
Was wir vor Ort über die Hintergründe erfahren haben
Vor Ort haben wir erfahren, dass das Bauvorhaben angeblich größtenteils für griechische Offiziere und Staatsdiener vorgesehen gewesen sein soll. Die Einheimischen konnten uns allerdings keinen eindeutig gesicherten Grund nennen, warum das Projekt letztlich eingestellt wurde. Vermutet wurden dubiose Hintergründe, mögliche Korruption sowie fehlende oder problematische Baugenehmigungen.
Genau diese offene Geschichte trägt bis heute zur besonderen Atmosphäre der Geisterstadt Kriarítsi bei. Du stehst an einem Ort, in den sichtbar viel Planung, Arbeit und Geld geflossen sein müssen, ohne dass daraus jemals eine fertige Stadt entstanden ist.

Anfahrt zur Ghost Town von Kriarítsi
Wenn du die Chalkidikí Halbinsel Sithonía bereist und die Ringstraße 16 von Norden nach Süden bereist, kann dieser Lost Place durch einen kleinen Umweg leicht erreicht werden.
Die Geisterstadt von Kriarítsi liegt am südlichen Ende der Sithonía Halbinsel und kann sehr gut mit einem Wohnmobil oder PKW über die Ost- oder Westküste erreicht werden. Wir haben die Halbinsel im Uhrzeigersinn umfahren und sind von Vourvourvóu angereist.
Anreise von Ormos Panagias (entlang der Ostküste von Sithonía)
- Von Ormos Panagias über die 16 – 50 km / 1 Stunde
Anreise von Nikiti (entlang der Westküste von Sithonía)
- Von Nikiti über die 16 – 56 km / 1Stunde 10 Minuten
Und von von Thessaloniki
- Von Thessaloniki – 158 km / 2 Stunde 20 Minuten
Anfahrt durch das Straßenlabyrinth der Ghost Town Kriarítsi
Schon die Anfahrt zur Geisterstadt Kriarítsi auf Sithonía ist ein Erlebnis für sich. Wir sind zunächst bewusst ohne Unterstützung von Google Maps gefahren, weil die Straßenführung dort nur sehr fehlerhaft dargestellt wird. Dadurch wurde die Fahrt fast automatisch zu einer kleinen Entdeckungstour.

Du bewegst dich hier durch ein regelrechtes Labyrinth aus Straßen, Abzweigungen, Wendehämmern und betonierten Zufahrtswegen, die einst zu den geplanten Grundstücken führen sollten. Genau dieses Straßenwirrwarr ist einer der Gründe, warum der Ort so ungewöhnlich wirkt.
Langsam fahren und die Augen offen halten
Am besten fährst du in diesem Gebiet langsam und aufmerksam. Viele spannende Details entdeckst du erst auf den zweiten Blick. Mal sind es alte, verrottete Schilder, mal bereits erschlossene Parzellen, mal technische Relikte, die zwischen Asphalt, Böschungen und Vegetation auftauchen.
Gerade deshalb lohnt es sich, immer wieder anzuhalten. Die Ghost Town Kriarítsi erschließt sich dir nicht beim schnellen Durchfahren, sondern vor allem dann, wenn du den Ort bewusst erkundest.
Wendehammer an der Küste als guter Ausgangspunkt
Besonders schön fanden wir den Bereich oberhalb der Küste. Wenn du bis zu einem der zahlreichen Wendehämmer am Meer fährst, kannst du dein Wohnmobil oder deinen PKW dort stehen lassen und die Umgebung zu Fuß weiter entdecken.
Von hier oben eröffnen sich dir großartige Blicke auf die Felsenküste, das Meer, die wilde Landschaft und auf den Berg Áthos mit seinen Klöstern. Schon allein diese Aussicht macht den Abstecher lohnenswert.


Detailbeschreibung
Eine Geisterstadt, die eigentlich keine ist
Wir fahren durch die „Ghost Town Kriarítsi“. Hier war angeblich eine neue große Siedlung für griechische Offiziere und Staatsdiener geplant. Die Straßen, Brücken und Zugangswege zu den Grundstücksparzellen wurden bereits fertiggestellt, dann wurden aber alle Bauaktivitäten aus unbekannten Gründen eingestellt. Weiterfahrt zum Stellplatz oberhalb der Küste.
Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass dieser Ort anders ist als klassische Lost Places. Es gibt hier keine verlassene Innenstadt und keine Reihen aufgegebener Häuser. Stattdessen durchquerst du eine vollständig vorbereitete Infrastruktur, die nie mit Leben gefüllt wurde. Genau das erzeugt die besondere, fast unwirkliche Stimmung der Geisterstadt von Kriarítsi.
Erkundung zu Fuß zwischen Parzellen und alten Schildern
Mehrmals halten wir an und erkunden den Lost Place zu Fuß weiter. Bei der fußläufigen Erkundung entdecken wir zahlreiche fertig abgesteckte Grundstücksparzellen und alte verrottete Schilder, die darauf hindeuten, dass es sich um Grundstücksangaben handelt.
Überall finden sich Spuren eines Projekts, das beim Stopp offenbar schon weit fortgeschritten war. Straßenränder, Zufahrten und Parzellen zeigen sehr deutlich, wie konkret hier einst geplant wurde. Gerade beim Laufen durch das Gebiet wird dir bewusst, wie viel Vorarbeit bereits geleistet worden war.

Wasserleitungen, Pumpwerk und technische Infrastruktur
Insbesondere am südlichen Ende entdeckten wir bereits installierte Wasserleitungen und auch ein vollständiges, fertiggestelltes Pumpwerk. Wir wagten einen Blick in das inzwischen verrottete Wasserbecken und konnten dort zu unserer Überraschung ein besonderes Motiv entdecken: Eine Schlange hatte das gefüllte und mit Wasserpflanzen bedeckte Becken längst als Lebensraum für sich entdeckt.

Das alles hätten wir hier so nicht erwartet. Auch die verrosteten Pumpen und Rohre hatten etwas von klassischen Lost Places. Wir suchten weiter nach Infrastruktur-Relikten aus der Vergangenheit und fanden selbst verrottete Stromverteiler, die noch immer über das Gebiet verteilt herumstehen.
Daran erkennst du sehr deutlich, dass die Infrastruktur beim Stopp des Großprojekts bereits weitgehend installiert war.


Asphaltierte Straßen, Wendehämmer und Zufahrten ins Nichts
Es ist schon beeindruckend, wie viele asphaltierte Straßen, Wendehämmer und betonierte Zufahrtswege zu den einzelnen Grundstücken beim Projektstopp bereits fertiggestellt waren. Insgesamt wirkt das Gebiet wie eine nie bezogene Siedlung, die nur auf ihre Bebauung gewartet hätte.
Diese Straßen, die heute scheinbar ins Nichts führen, gehören zu den eindrucksvollsten Bildern der Geisterstadt Kriarítsi. Gerade dadurch wird das Ausmaß dieses unvollendeten Projekts sichtbar.
Wenn sich die Natur alles zurückholt
Aktuell holt sich die Natur alles zurück, sodass immer wieder das Gefühl aufkommt, an einem völlig verlassenen Ort zu sein. Dieses Gefühl ist hier keine Kulisse, sondern Realität.
Zwischen Straßen, Böschungen und technischen Bauwerken wachsen wieder Büsche, Gräser und Pflanzen. Viele Bereiche wirken inzwischen beinahe verwunschen. Genau dieses Spannungsfeld zwischen menschlicher Planung und zurückkehrender Natur macht die Ghost Town Kriarítsi auf Sithonía so besonders.
Felsenküste, Flora und Panoramablicke
Der Besuch der Geisterstadt von Kriarítsi lohnt sich für uns aber nicht nur wegen der verlassenen Infrastruktur, sondern auch wegen der wunderbaren Küstenlandschaft und den fantastischen Ausblicken von hier oben auf die Felsenküste.
Wenn du an einem Wendehammer parkst und entlang der Küste läufst, entdeckst du schöne Felsformationen, eine fotogene Flora und immer wieder großartige Panoramablicke auf das Meer. Uns hat dieser Küstenabschnitt der Geisterstadt von Kriarítsi ganz besonders begeistert.


Die Infrastruktur, die ins Nichts führt, die fantastische Felsenküste und der weite Blick auf Küste und Meer machen diesen Ort für uns zu einem echten Highlight auf Sithonía.
Blick auf den Strand von Kriarítsi
Dieses unvollendete Infrastrukturprojekt liegt oberhalb des Ortes Kriarítsi und seines gleichnamigen Strandes. Auch der Strand von Kriarítsi selbst ist sehr sehenswert. Wenn du eine Stichstraße in Richtung Küste fährst, hast du von dort immer wieder schöne Blicke direkt auf den Strand.
Dadurch verbindet dieser Ort gleich mehrere Erlebnisse miteinander: Lost-Place-Atmosphäre, spannende Entdeckungstour, großartige Aussicht und reizvolle Küstenlandschaft.


Drohnenperspektive: Erst von oben wird das Ausmaß sichtbar
Wir mussten hier einfach unsere Drohne* fliegen lassen. Aus der Vogelperspektive wird noch einmal viel deutlicher, welche Arbeiten und welche finanziellen Mittel hier bereits hineingesteckt wurden, ohne das Bauprojekt jemals final zu beenden.
Erst von oben erkennst du das ganze Ausmaß der Straßenführung, der Brücken, der Erschließung und der Parzellenstruktur. Genau diese Perspektive hat uns noch einmal besonders eindrucksvoll vor Augen geführt, wie groß dieses Projekt ursprünglich gedacht war.




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Fazit
Lohnt sich die Geisterstadt von Kriarítsi?
Ja, absolut. Die Geisterstadt von Kriarítsi auf Sithonía ist einer der außergewöhnlichsten Orte der Region. Du findest hier keinen klassischen Lost Place mit verlassenen Häusern, sondern ein fast surreales Netz aus Straßen, Brücken, technischen Anlagen und Grundstücksparzellen in spektakulärer Lage oberhalb der Küste.
Gerade diese Mischung aus unvollendeter Infrastruktur, zurückkehrender Natur, Panoramablicken und geheimnisvoller Geschichte macht den Reiz dieses Ortes aus.
Unser persönlicher Eindruck
Für uns ist die Ghost Town Kriarítsi ein echtes Highlight auf der Sithonía-Halbinsel. Der Ort verbindet Entdeckergefühl, beeindruckende Landschaft, spannende Fotomotive und eine Geschichte, die bis heute viele Fragen offen lässt.
Wenn du den Süden von Sithonía bereist, solltest du diesen besonderen Ort unbedingt mit einplanen. Nimm dir Zeit, fahre nicht einfach nur hindurch und erkunde das Gebiet auch zu Fuß. Kriarítsi lässt sind wunderbar mit einer Wanderung zum Kap Sithonía sowie mit einigen Stränden der Sithonía Halbinsel kombinieren.
Reiselektüre
Empfohlene Ausrüstung für deine Outdoor-Aktivitäten
Wanderstöcke*, Regenponcho*, Fernglas*, Tages-Rucksack*, Mehrtages-Rucksack*, Trinkblase*, Powerbank*, Stirnlampe*
Wir haben dir eine Ausrüstungs-Übersicht für Tages- und Mehrtages-Touren erstellt. In dieser Übersicht findest du alle Informationen zu einer Trekking-Ausrüstung. Die Übersicht kannst du dir auch dort als pdf-Datei herunterladen.
Eine große Auswahl an geeigneter Outdoor-Ausrüstung findest du bei Globetrotter* und bei Decathlon*.