Allgemeine Informationen
Diese kurze, aber beeindruckende Wanderung bietet spektakuläre Ausblicke auf die Schlucht Garganta de Escuaín und führt zu mehreren Aussichtspunkten, die einen atemberaubenden Blick in die Tiefe ermöglichen. Mit einer Distanz von nur 4 Kilometern und wenigen zu bewältigenden Höhenmetern handelt es sich eher um einen ausgedehnten Spaziergang als eine klassische Wanderung.
Dadurch eignet sich die Tour auch perfekt für Familien und alle, die ohne große Anstrengung die beeindruckende Landschaft der Pyrenäen genießen möchten.
Besonders beeindruckend ist die hohe Wahrscheinlichkeit, Geier in freier Wildbahn zu beobachten. Die Region ist bekannt für ihre großen Bevölkerungen an Bartgeiern und Gänsegeiern, die majestätisch durch die Lüfte gleiten. Die Kombination aus spektakulären Felsformationen, der tief eingeschnittenen Schlucht und der Tierbeobachtung macht diese Wanderung zu einem besonderen Erlebnis.
Auch die Anreise nach Revilla ist bereits ein Highlight, denn die Straße dorthin bietet fantastische Panoramablicke auf den Ordesa-Nationalpark.
Anreise & Parkmöglichkeiten
Die Anreise nach Revilla erfolgt entweder aus Richtung Aínsa oder Biesla über die A138. In beiden Fällen biegt man im kleinen Ort Hospital auf eine schmale, asphaltierte Straße in Richtung Tella-Sin ab. Diese Strecke führt bereits durch eine landschaftlich reizvolle Gegend mit großartigen Ausblicken auf den Nationalpark.
Etwa 3 Kilometer vor dem Ort Tella-Sin zweigt eine weitere schmale Straße ab, die nach Revilla führt. Die Straße endet in Revilla, wo sich am Ende der Straße ein kleiner Parkplatz befindet. Hier gibt es Platz für etwa 10 Autos oder kleinere Camper. Für größere Wohnmobile gibt es keine Parkmöglichkeiten.
Bereits die Anfahrt wird mit fantastischen Ausblicken belohnt. Wer früh anreist, hat gute Chancen, einen der wenigen Parkplätze zu ergattern.


Detailbeschreibung der Wanderung
Startpunkt in Revilla
Die Wanderung beginnt in Revilla auf einer Höhe von 1.225 Metern. Bereits am Startpunkt zeigt sich das Panorama dieser Region von seiner besten Seite. Der Blick reicht weit in die Berglandschaft und gibt einen ersten Eindruck davon, was uns auf dem Weg erwartet.
Eine Hinweistafel am Startpunkt informiert über die verschiedenen Greifvogelarten, die in der Region leben, darunter der seltene Bartgeier .
Der Weg verläuft als schmaler Pfad, der nahezu auf gleicher Höhe bleibt. Wir folgen dem Hang oberhalb der Schlucht Garganta de Escuaín, einem der spektakulärsten Canyons der Pyrenäen. Nach wenigen Minuten überqueren wir einen kleinen Fluss über eine Holzbrücke.


Erste Geierbeobachtung und fantastische Panoramablicke
Nach etwa 15 Minuten erleben wir bereits das erste Highlight der Tour. Ein Schwarm Bartgeier zieht majestätisch über uns hinweg. Aufgrund ihrer enormen Größe sind sie selbst aus größerer Entfernung gut zu erkennen. Dies ist das erste Mal, dass wir diese beeindruckenden Vögel in den Pyrenäen beobachten können.
Im weiteren Verlauf erhält man fantastische Ausblicke. Ein kleines, flaches Plateau bietet eine perfekte Gelegenheit, die Vögel in Ruhe zu beobachten. Leider haben wir die Sonne nicht im Rücken, was die Sicht ein wenig erschwert. Dennoch ist der Blick in die Schlucht atemberaubend. Die herbstlich gefärbten Laubbäume setzen farbliche Akzente in der rauen Berglandschaft.


Der schmale Wanderpfad führt uns weiter oberhalb der Schlucht entlang. Der Fluss Río Yaga, der tief unten durch die Schlucht fließt, ist bereits zu hören. Nach etwa 1,2 Kilometern besteht die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher zu der alten Kapelle Ermita de San Lorenzo zu machen.
Mirador de San Lorién – Spektakuläre Aussicht auf die Schlucht
Kurz darauf erreichen wir den ersten Aussichtspunkt, den Mirador de San Lorién. Von hier aus bietet sich ein eindrucksvoller Blick auf die gesamte Schlucht Escuaín. Tief unter uns windet sich der Río Yaga durch den Canyon.
Der Kontrast zwischen dem türkisfarbenen Wasser und den schroffen Felswänden ist beeindruckend. Die Region ist ebenso ein beliebtes Ziel für Rafting-Fans, die sich in den wilden Wassern des Flusses austoben.

Weiter geht es entlang des Canyons, wobei sich der Weg immer wieder neue Perspektiven auf die Schlucht eröffnet. Nach insgesamt zwei Kilometern erreichen wir unser Ziel, die Miradores de Angonés. Dabei handelt es sich um zwei Aussichtspunkte, die nur wenige Meter voneinander entfernt liegen.
Miradores de Angonés – Das Highlight der Tour
Von hier aus genießen wir einen der spektakulärsten Ausblicke, die wir auf unseren Touren durch die Pyrenäen erleben durften. Der Blick reicht weit in die Garganta de Escuaín mit dem darunter liegenden Río Yaga. Zusätzlich können wir in den Barranco de Consusa blicken, eine enge Klamm, die in die Schlucht mündet. Kleine Wasserfälle stürzen von den Felswänden hinab, während sich der Fluss seinen Weg durch den Canyon bahnt.
Wir nutzen die Gelegenheit für eine längere Pause und lassen die beeindruckende Kulisse auf uns wirken.





Der Rückweg – Unvergessliche Begegnung mit Geiern
Nachdem wir uns ausgiebig an den Aussichtspunkten umgesehen haben, treten wir den Rückweg an. Obwohl wir die gleiche Strecke zurückwandern, ergeben sich durch die veränderten Lichtverhältnisse immer wieder neue Eindrücke.
Das absolute Highlight auf dem Rückweg ist jedoch ein Schwarm von Gänsegeiern, die direkt an unserer Hangseite vorbeifliegen. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,45 Metern gleiten sie an uns vorbei. Ein faszinierender Moment, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.




Kurz vor dem Parkplatz hätten wir noch die Möglichkeit, zu der Ermita de San Lorenzo zu gehen. Da jedoch nur noch die Grundmauern der alten Kapelle erhalten sind, verzichten wir auf diesen Abstecher.
Nach etwa zwei Stunden kehren wir nach Revilla zurück und sind uns sicher: Diese Tour gehört zu den schönsten kurzen Wanderungen in den Pyrenäen.
Zusammenfassung der Wanderung
Art der Wanderung: | Strecke |
Länge der Tour: | 4,0 km |
Höhenmeter: | 113 m |
Schwierigkeits-Level: | leicht |
Zeitbedarf: | 1-2 h |
Charakter: | Schmaler Wanderpfad oberhalb der Schlucht |
Highlights: | Miradores de Angonés, Schlucht Gargante de Escuaín, Río Yaga, Geier |
Startpunkt: | Parkplatz Miradores de Revilla |
Fazit
Diese kurze Wanderung begeistert mit spektakulären Ausblicken in die Schlucht Escuaín und bietet eine hohe Wahrscheinlichkeit, Bartgeier und Gänsegeier in freier Wildbahn zu beobachten. Die geringe Distanz und die wenigen Höhenmeter machen sie perfekt für einen entspannten Ausflug, auch für Familien.
Besonders in der Herbstsaison ist die Tour mit der Laubfärbung ein optisches Highlight. Wer auf der Suche nach einer nicht anstrengenden, aber landschaftlich spektakulären Wanderung ist, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

TIPP
7 km vor Erreichen von Revilla befindet sich auf der linken Straßenseite ein kleines flaches Plateau, von hier hast du einen Traumblick auf den Ordesa Nationalpark. Ein ideales Fleckchen für eine Pause!


Karte & Höhenprofil
Reiselektüre
Empfohlene Ausrüstung für deine Wanderung
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